Wenn man vor zwei Jahren über „Prompting“ sprach, ging es um eine Art Geheimsprache: „Du bist ein erfahrener Steuerberater. Erledige folgende Aufgabe … Antworte in Stichpunkten.“ Man hat der KI eine Rolle gegeben und eine Anweisung — möglichst präzise getippt. Das war die Kunst.

Diese Zeit ist vorbei. Der eigentliche Fortschritt ist unspektakulär und wird trotzdem unterschätzt: Man spricht heute einfach mit dem System. Und das ändert mehr, als es zunächst klingt.

Warum Sprechen mehr Kontext bringt

In einem getippten Prompt schreibt man das Nötigste — alles andere ist zu mühsam. Im Gespräch dagegen erzählt man den ganzen Fall: „Ich habe hier einen Mandanten, GmbH, Bau, das dritte Jahr, letztes Jahr hatten wir Streit ums Investitionsabzugsbetrag-Thema, jetzt kam der Bescheid und irgendwas stimmt bei den Rückstellungen nicht …“ In dreißig Sekunden Reden steckt mehr Zusammenhang, als man in fünf Minuten je tippen würde.

Und Kontext ist bei KI fast alles. Je mehr die KI über den Fall weiß, desto brauchbarer ist ihr Entwurf. Nicht das clevere Prompt-Rezept entscheidet, sondern wie vollständig man das Problem schildert. Sprechen ist dafür der natürlichere, schnellere Kanal — so, wie man es einem Kollegen erklären würde.

„Nicht das perfekte Prompt macht den Unterschied, sondern wie viel vom Fall die KI kennt.“

Deshalb schlägt ein gesprochener Kontext den getippten Befehl fast immer.

Was das für die Werkzeug-Wahl bedeutet

Hier wird es praktisch relevant: Ein Werkzeug, das gesprochene Eingaben sauber aufnimmt und verarbeitet, ist deutlich mehr wert als eines, in das man nur einen Prompt tippt. Es geht nicht ums bloße Diktat — Text verschriftlichen kann heute jedes Handy. Es geht darum, dass man im Fluss reden, nachschieben, korrigieren kann und die KI den ganzen Kontext behält. Genau das ist der Unterschied zwischen „nett“ und „spart mir täglich Zeit“.

Die Grenze bleibt gleich

Bequemer heißt nicht sorgloser. Auch beim Sprechen gilt: Was an Mandantendaten hineingeht, gehört nur in sichere, datenschutzkonforme Werkzeuge — mit EU-Hosting, ohne Training mit Ihren Daten und mit dem Mandantengeheimnis (§ 203 StGB) im Blick. Und die KI liefert einen Entwurf, kein Ergebnis: Die fachliche Freigabe treffen weiterhin Sie.

Kurz gesagt

Wer heute noch überlegt, wie man den „richtigen“ Prompt tippt, kämpft mit einem gelösten Problem. Reden Sie mit der KI wie mit einer aufmerksamen Assistenz — schildern Sie den Fall, geben Sie Kontext. Der Rest wird deutlich besser. Und wie man das im Team einführt, ohne die Sicherheit aus dem Blick zu verlieren, ist genau das, was ich in Kursen und Workshops zeige.

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